




Der erste Schneefall, neues Snowboard gekauft – welch Freude! Doch was tun mit der alten Möhre? Zu den anderen 3 Oldschool-Boards in den Keller stellen? Das wird langsam zur Platzfrage. Ab in den Sperrmüll? Keine gute Idee, denn dort werden die Boards thermisch verwertet. Sie werden verbrannt. Es bleiben die Metallteile (Kanten und Inserts) übrig, die recycled werden können. Der Rest wandert als Asche auf die Mülldeponie. Leider enthalten die Verbrennungsreste auf Anteile der beim Snowboardbau verwendeten Glas-, Aramid- und Carbonfasern. Die bei der Verbrennung entstehenden Kohlefaser – Teilchen sind leider hochgradig gesundheitsschädlich.
https://www.vdi-nachrichten.com/technik/umwelt/gerettet-recycling-von-faserverstaerkten-kunststoffen
Ein wirksames und wirtschaftliches Verfahren zur Wiedergewinnung der Faseranteile in einem Snowboard (oder Ski, Surfboard, Tennisschläger usw. …) gibt es leider noch nicht.
Also ist jeder von uns gefordert sich was einfallen zu lassen um sein altes Board zu recyceln.
Eine Möglichkeit ist der „Bau“ eines Schneesurfers in Anlehnung an den Snurfer von Sherman Poppen. 1965 hat Sherman Poppen den Snowsurfer entwickelt und damit den Grundstein für den Snowboardsport gelegt.
So ein Teil macht richtig Laune. Es genügt eine leicht abschüssige Wiese oder ein Schlittenhang um mit einem Schneesurfer eine Menge Spaß zu haben.
Man benötigt ein altes Snowboard, eine Stichsäge mit Metallblatt, eine Schnur ( ich verwende Schnürsenkel aus alten Snowboardsoftboots), eine Atemschutzmaske, Arbeitshandschuhe, eine Bohrmaschine, etwas Schleifpapier, eine Feile, ein Stück Gummimatte oder alten Teppich und Kleber.
Zeichnet Euch auf dem Board die Form für das neue Tail auf. Bei dem Board auf den Fotos ergab sich die Länge aus der Bruchkante im hinteren Bereich. Die Länge des Schneesurfers hängt von der Größe das Fahrers ab. Ich hab` mit Längen zwischen 110 cm – 140 cm ganz gute Erfahrungen gemacht. Für Kids darf das Board durchaus noch um einiges kürzer sein. (Mit einem selbstgemachten Schneesurfer sind die Kids die absoluten Kings am Schlittenhang)
Das Board mit der Stichsäge auf die gewünschte Länge zuschneiden. Bei der Gestaltung der Tailform könnt Ihr Eurer Phantasie freien Lauf lassen. Nur allzu spitz sollte das Tail nicht sein (Verletzungsrisiko). Aus dem abgesägten Rest könnt Ihr noch einen Griff herausschneiden. Die Schnittkanten mit dem Schleifpapier etwas rund schleifen. Beim Sägen und Schleifen unbedingt eine Atemschutzmaske tragen! Den Säge- und Schleifstaub auch von der Arbeitsplatte gründlich entfernen.
In die Nose ein Loch bohren um das Halteseil zu befestigen.
Im Standbereich ein Stück Gummimatte oder Teppich aufkleben und das Halteseil an der Nose befestigen.
Die Stahlkanten des Schneesurfers rund feilen und den Belag wachsen.
Fertig, kann los gehen!
Wer sich einen Schnesurfer bauen möchte, aber kein altes Board zuhause herumliegen hat kann sich bei mir melden. Ich hab` ein paar alte Snowboards im Shop. Bei Interesse anrufen ( 0176 557 864 10 ) oder Email schreiben ( info@talwaerts.de)
