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BOARDTUNING
Snowboardtuning - Tipps und Tricks, Pflege

 

Jedes Snowboard braucht von Zeit zu Zeit etwas Pflege. Dazu gehört vor allem das Reinigen und Wachsen des Belags und das Schleifen der Kanten. Aber auch die Befestigungsschrauben der Bindung und vor allem der Straps bei Softbindungen müssen regelmäßig kontrolliert und nötigenfalls nachgezogen werden. Mangels des nötigen Wissens, scheuen viele davor zurück, ihr geliebtes Brett selbst zu tunen. Doch wie sagt schon eine alte Snowboarderweisheit:

"Ist der Berg auch noch so steil, ein bisschen was geht aller weil!

Drum frisch ans Werk. Hier sind jede Menge Tipps und alles Wissenswerte zum Thema Snowboardtuning:

BELAG reinigen
Alle Snowboardbeläge haben Poren um Wachs aufzunehmen. Im Laufe der Zeit setzt sich in den Poren Schmutz ab. Darum sollte man vor jedem Wachsen den Belag reinigen. Mit der Abziehklinge entfernt man letzte Wachsreste auf der Oberfläche. Dann geht es an die porentiefe Reinigung. Im Fachhandel gibt es spezielle, flüssige Belagreiniger. Man reibt den Belag mit der Reinigungsflüssigkeit ein, lässt diesen gemäß der Gebrauchsanweisung einwirken und wischt ihn dann mit einem Lappen ab. Bevor man das Board wachst, sollte man es noch gut ablüften lassen. Man schließt sonst Reste des Reinigers in den Poren mit ein. Belagreiniger sind teuer und nicht gerade umweltfreundlich.
Die schonendere Art der Belagreinung ist mehrmaliges Heisswachsen und Abziehen des noch flüssigen Wachses. Auf diese Weise wird der Belag äußerst gründlich gereinigt und gleichzeitig mit einer sehr tief eindringenden Grundwachsschicht versehen.

WACHSEN
Die Industrie bietet Wachse in den unterschiedlichsten Formen und Varianten an. Es würde den Rahmen unsere Website sprengen, auf die unterschiedlichen Wachse und vor allem der Beimengungen, wie Teflon, Fluor, Carbon usw. im Einzelnen einzugehen. Dazu finden sich viele Informationen auf den Internetseiten der Hersteller. Wichtig ist aber, dass Flüssig- oder Cremewachse nur eine Notlösung für zwischendurch sind. Diese Gleitmittel sind genauso schnell heruntergefahren, wie sie auf den Belag aufgebracht sind. Flüssigwachse bilden nur eine dünne Schicht auf der Belagoberfläche. Sie dringen aber nicht tief in den Belag ein und ersetzten daher keineswegs das regelmäßige Heisswachsen.

Dazu benötigt man ein Bügeleisen, eine Abziehklinge, eine Strukturbürste und natürlich ein gutes Heisswachs (z.B. von KUU). Optimal ist ein spezielles Wachsbügeleisen, ein normales Haushaltsbügeleisen tut es aber auch.
Aber Vorsicht, Haushaltsbügeleisen haben oft einen sehr großen Regelungsbereich! Immer auf niedrigsten Stufe anfangen, sonst besteht die Gefahr dass man das Wachs oder schlimmer noch den Belag überhitzt. Das Snowboard zum Wachsen waagrecht mit dem Belag nach oben auf eine geeignete Unterlage legen. Notlösung: einfach zwei Stühle im Abstand von circa 1 m mit den Lehnen zueinander aufstellen und das Board auf den Lehnen ablegen. Das Wachs entweder auf den Belag aufreiben (sparsam aber mühselig) oder einfach am heißen Bügeleisen schmelzen und auftropfen (einfach aber verschwenderisch). Anschließend das Wachs mit dem warmen Bügeleisen sorgfältig in den Belag einbügeln. Dabei mit dem Bügeleisen immer von der Nose zum Tail fahren. Auf die richtige Temperatur achten. Beginnt das Wachs zu rauchen, sofort aufhören und die Temperatur herunterregeln. Ist der Belag ausreichend mit Wachs getränkt, das Board mindestens eine Stunde abkühlen lassen.

Anschließend wird das überschüssige Wachs mit einer Abziehklinge aus Kunststoff abge-zogen und die Belagsstruktur mit der Strukturbürste wieder freigelegt. Fertig!

Wenn ihr euch nicht total verwachst habt, soll heißen der Temperaturbereich eures Wachses passt wieder mal gar nicht zur Schneetemperatur, geht euer geliebtes Brett ab wie Schnitzel.

Doch was hilft der legendärste Speed, wenn`s einen auf jeder Eisplatte semmelt. Darum schnell zum nächsten Kapitel.

KANTENPFLEGE
Bevor wir uns daran machen den Kanten einen neuen Schliff zu verpassen, einige Begriffserklärungen. Man unterscheidet zwischen belagseitiger Kante und Seitenkante und es gibt den Hängendschliff und den Hinterschliff. Fällt die belagseitige Kantenseite von der Lauffläche nach außen ab, so spricht man von einer hängend geschliffenen Kante. Die abgehängte Kante ergibt einen verzögerten Kantengriff. Das Board ist drehfreudiger und verschneidet nicht so leicht.
Ist eine Kante hinterschliffen, so bedeutet dies dass der Winkel zwischen seitlicher Kantenfläche und der Lauffläche kleiner als 90° ist. Eine hinterschliffene Kante (bis max. 87°!) bringt mehr Biss.

Für`s Kantentuning benötigt man: eine Feile und Anschlagwinkel oder einen speziellen, einstellbaren Kantenhobel, eine Feile mit mittlerem und eine Feile mit feinem Hieb, einen Alu-Oxyd-Stein, einen Naßschleifstein, einen Schleifgummi, Isolierband und eine Vorrichtung in der man das Board einspannen kann.
Achtung, beim Kantenfeilen ist Gefühl und Präzision gefragt!
Grobmotoriker lassen besser die Finger davon.

Zuerst werden mit dem Alu-Oxyd-Stein alle durch Steinkontakt entstandenen Beschädigungen (Verhärtungen) entfernt. Dann nimmt man sich die belagseitige Kante vor. Soll sie hängend geschliffen werden, so überklebt das auf dem Belag aufliegende Feilenende mit Isolierband. Je steiler der Winkel werden soll, umso mehr Lagen wickelt man um die Feile. Nun die Feile gleichmäßig mit leichtem Druck von der Nose zum Tail ziehen. Nicht übertreiben, einmal abgefeiltes Material ist für allemal futsch!

Jetzt ist die Seitenkante dran. Dazu das Board vertikal einspannen. Den gewünschten Winkel am Kantenhobel einstellen oder den passenden Anschlagwinkel wählen. Mit satt anliegender Feile und Anschlag die Kante mit gleichmäßigen Feilenzügen schärfen
.
Nach dem Bearbeiten der Kante mit der Feile, wird sie nun mit dem Naßschleifstein poliert. Dadurch verringert sich der Reibungswiderstand und die Kantenoberfläche wird gehärtet. Die Kante bleibt länger scharf.
Nun wird die Kante mit dem Schleifgummi entgratet. Einmal mit leichtem Druck im 45° Winkel über die Kante fahren, fertig.
Als letzter Schritt wird die Kante im Bereich der Nose und des Tails gebrochen. Je nach Fahrkönnen und Einsatzbereich werden jeweils 3 - 5 cm vor Nose und Tail mittels Feile oder Schleifstein wieder abgestumpft um ein Verschneiden des Boards zu verhindern. Nur bei Race- und Carveboards sollte man mit dem Brechen der Kante im Tailbereich sehr sparsam sein. Wenn man auf der letzten Rille unterwegs ist zählt jeder Millimeter!

So, nun kann`s abgehen auf die Piste. Solltet ihr beim Kampf gegen die Eisplatte weiterhin den kürzeren ziehen, empfehlen wir euch eines unserer Fahrtechnik-Workshops aus dem Programm unserer Snowboardschule.

Für alle, die nicht über das nötige Equipment verfügen oder keine Zeit für einen Do it yourself Service haben, bieten wir unter Service + Reparaturen verschiedene Serviceangebote unserer Snowboardwerkstatt.

 

 
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