Cold Water Challenge – oder wie man sich komplett zum Kasper macht

Seit einigen Monaten dreht eine neue Form der sogenannten Challenges ihre Runden durch die sozialen Medien. Nach „sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf schütten“, „sich ne Flasche koffeeinhaltiges Erfrischungsgetränk zwischen das Holz vor der Hütten klemmen“ lautet die Aufgaben nun „sich mit nackten Füssen in ein kaltes Gewässer  stellen“. Eine Aufgabe mit intellektuell und physiologisch überschaubarem Anforderungsprofil. Verfolgt man die einzelnen Postings und die Berichte in Bayerwald Boten (auch die Hinterwäldler Tribune berichtete regelmäßig im redaktionellen Teil über diese Aktionen) durchlief die Challenge im Laufe der Zeit eine gewisse Evolution oder besser gesagt eine Mutation.  Die Aufgabenstellung wurde ergänzt zu „sich mit nackten Füssen in ein kaltes Gewässer stellen und dabei ein kühles Bier trinken“.

Mein erster Gedanke beim Auftauchen dieser Aktion war, dass da wohl die Pharmaindustrie dahintersteckt. Die obligatorische Grippewelle in den Wintermonaten hatte sich diesen Winter ja ziemlich Zeit gelassen. Da sich das Phänomen aber auf die Arberland – Region begrenzte, lag ich da wohl falsch.

Des Menschen Wille ist sein Himmelreich und es steht jedem frei, ob und wie er sich zum Kasper macht.  Anscheinend hatte sich auch jeder der Challenge – Teilnehmer vor Betreten des Wassers die Füsse gewaschen – ein Fischsterben wurde bis jetzt nicht gemeldet. Also kein Grund sich über die fragwürdige Aktion weiter einen Kopf zu machen.

Wäre dann nicht das hier passiert:

https://www.br.de/mediathek/video/ringlstetter-nominierung-fuer-hannes-und-sein-team-av:5a993662449a8d001820c439

Fragt sich wirklich noch jemand, warum der Bayerische Wald so ein beschissenes Hinterwäldler – Image hat?

Die Kreisentwicklungsgesellschaft des Landkreises Regen hängt in München für teures (Steuer-) Geld Imageplakate auf um das Hillbilly – Image der Region zu verbessern und dann kommen 11 lederbehoste Brauchtumsfanatiker und bestätigen mit der Bierflasche in der Hand in einem Feldgraben stehend genau dieses vorherrschende Bild. 

Eventuell sollte auch die Arberregio GmbH ihre Vorgehensweise  überdenken. Ein paar aufgehübschte Fotos lassen einen rostigen Golf 2 zwar wieder gut aussehen. Ein, den in 25 Jahren gewachsenen Kundenansprüchen entsprechendes Auto wird aber durch diese Massnahme nicht draus.

Man kann nur hoffen, dass der geneigte Zuschauer der Sendung im Bayerischen Rundfunk den denkwürdigen Auftritt der Rinchnacher Glockenschüttler auf eine, durch die Unterkühlung der Fußregion verursachte Durchblutungsstörung der oberen Körperregionen zurückführt.

Aber wahrscheinlich werden die Burschen zu Arberland – Botschaftern ernannt.  Authentischer läßt sich der Waidler – Lifestyle kaum kommunizieren.

#falterseleven   #arberlandpremium    #schlussmitdemfolkloreterror

 

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